Life-Natur Projekt
LIFE2002NAT/D/8458
 
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„Raus aus dem Rohr, rein in die Wiese“: 

die Renaturierung des Fuhrbaches


Der Fuhrbach wurde von Dezember 2002 bis Januar 2003 wie vorgesehen in zwei Bauabschnitten auf einer Länge von 400 m renaturiert und in einen naturnahen Zustand rückgeführt, das heißt, aus der Verrohrung genommen und in Mäander gelegt. 
Derzeit durchfließt der Bach direkt oberhalb der Renaturierungsstrecke noch einen Teich. In diesen mündet auch der Auslauf zweier Reinigungsteiche für häusliche Abwässer.
Zur Verbesserung der Wasserführung und Wasserqualität im renaturierten Fließgewässer soll der Teich mit einem naturnahen Umlaufgerinne für den Bach versehen werden. Der Teich übernimmt die Funktion eines Absetzbeckens und einer Nachreinigungsstufe für die Abwasserteiche. Der Auslauf des Teiches wird zu einen Filtergraben umgestaltet. 
Der renaturierte Bach wird damit von Nährstoffen und Erwärmung durch aufgeheiztes Teichwasser entlastet und gleichzeitig auf einer längeren Strecke für Fische und andere Wasserorganismen passierbar. 


Vor der Renaturierung im Februar 2003: Das zukünftige Bachbett ist abgesteckt. Das letzte Hochwasser hat den Bachlauf bereits markiert.

Bei der Flutung im März 2003: "alles fließt" (Heraklit)


Nach der Renaturierung im Juli 2003; wenig Wasser nach langer Trockenheit


Lageplan für den Umlaufgraben (Ingenieur-Team 2005, verändert)
 

Zeitungsartikel zur Flutung des Fuhrbach, Freie Presse, 13.03.2003 (gekürzt):

Nach 30 Jahren im Betonrohr: Fuhrbach zurück im alten Bett
Forellen mit Flussperlmuschel-Eiern können im Dreiländereck durchschwimmen - Ab heute fließt Wasser wie früher
VON MANDY FISCHER

Pabstleithen. Seit 30 Jahren stoßen die Forellen, die von der bayerischen Regnitz kommend, im Dreiländereck gegen den Strom den Wolfsbach hochschwimmen, um im Pabstleithener Fuhrbach zu landen, an Grenzen. Es war 1974, als das Militär den heiklen Grenzstreifen endgültig abgeriegelt und für seine Zwecke umgebaut hat. Der Fuhrbach wurde damals aus seinem natürlichen Bett geholt und in ein Betonrohr gezwängt. An dieser Röhre ist für die Forellen Schluss. Sie schwimmen nur durch offene Gewässer. Heute Vormittag können sie die Grenze erstmals wieder überwinden: In den letzten Monaten wurde der alte Bachverlauf freigeschaufelt. heute wird das Bett des alten-neuen Fuhrbaches geflutet. Er schlängelt sich 550 Meter lang durch das Naturschutzgebiet in Pabstleithen bis hinauf in ein Waldstück, wie zuletzt vor 30 Jahren. Das Betonrohr hat seine Schuldigkeit getan und bleibt nur noch in der Erde, um das Wasser der Wiesen aufzunehmen. 
Am Wohlbefinden der Bachforelle besteht im Dreiländereck besonderes Interesse. Sie ist für die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel überlebensnotwendig. Die Forelle „atmet" die Eier der Muschel ein und transportiert sie in ihren Kiemen. ...
40.000 Euro wurden für das erste Projekt dieser Art bereitgestellt. Seit Anfang Januar gruben Bagger das Bachbett frei. Zum Teil war das alte noch deutlich erkennbar, sagt Michael Künzel, Fachberater im Zweckverband Naturpark Erzgebirge/Vogtland, der die Bauleitung inne hat. Beteiligt waren an dem Projekt sehr viele Instanzen: bayerische und sächsische Ministerien, Staatliches Umweltfachamt Plauen, Landratsamt sowie die Eigentümer der Flächen. Durch den Widerstand der Pächter habe sich das Vorhaben mehrere Jahre verzögert. ...
Wenn der Fuhrbach heute geflutet wird, ist sein Wasser nicht klinisch rein. Deshalb wurde vor der Einmündung in den Wolfsbach ein Teich angelegt, der Verunreinigungen filtert, damit das Wasser so sauber wie möglich an den Flussperlmuscheln vorbeifließt. Kaum noch eine Funktion hat der so genannte Havarieteich am oberen Ende des Fuhrbaches. Er wurde einst gebaut, um im Störfall die LPG-Abwässer aufzuhalten. Sonst wären die Hinterlassenschaften über Fuhrbach, Wolfsbach und Regnitz in Bayern gelandet. Eberhard Wunderlich: „Vielleicht war der Havarieteich eine Auflage vom Westen oder eine Vorsichtsmaßnahme des Ostens?"

 
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